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Gut vorbereitet und motiviert für den beruflichen Neustart
Für Erwachsene bedeutet eine Ausbildung oder Qualifizierung oft eine weit reichende Umstellung des gewohnten Lebensablaufes. Viele Teilnehmer und Teilnehmerinnen* sind trotz grundsätzlicher Eignung nicht genügend auf die hohen Anforderungen einer ganztägigen, zeitlich verkürzten Ausbildung vorbereitet. Lernen als Erwachsene, sich einfügen in eine Gruppe, die Trennung von der Familie: dies sind nur einige Beispiele für die Probleme, die bewältigt werden müssen.
Wer den beruflichen Neuanfang über eine Ausbildung oder Qualifizierung unvorbereitet beginnt, kann oft dem Lerntempo der anderen nicht folgen, ist von seinen eigenen Leistungen enttäuscht und kann möglicherweise seine Ziele nicht erreichen. Zudem sind die Bildungsvoraussetzungen der Teilnehmer sehr unterschiedlich und Schule oder Berufsausbildung liegen oft schon lange zurück.
Ziel ist, das Lernen wieder zu lernen.
Reha-Vorbereitungslehrgang (RVL)
Während des ca. 3-monatigen RVL werden Wissenslücken mit handlungsorientierten und auf die Teilnehmer zugeschnittenen Lernmethoden geschlossen. Dabei werden die unterschiedlichen Bedürfnisse der Teilnehmer berücksichtigt. Nach Analyse des individuellen Bedarfs kann durch Zuweisung zu unterschiedlichen Qualifizie-rungsschwerpunkten innerhalb des Lern- und Förderzentrums gezielt an der Beseitigung der spezifischen Defizi-te gearbeitet werden.
Gleichberechtigt mit den fachlichen Qualifikationen werden im RVL/Kompetenzcenter auch Projekte und Trai-ningseinheiten zu den Themen Kommunikation, Lern- und Arbeitstechniken sowie Sozialkompetenz angeboten. Die Teilnehmer können neben allgemeinbildenden Projekten und Trainingseinheiten auch solche wählen, die gezielt auf spätere Qualifizierungsinhalte ausgerichtet sind.
Reha-Vorbereitungslehrgang-Intensiv (RVL-I)
Zur Aufarbeitung besonderer Lern- oder Bildungsdefizite dient der RVL-I von ca. 6 Monaten Dauer. Kleine Lern-gruppen, intensive persönliche Betreuung und ein erweiterter Zeitraum zum Lernen ermöglichen eine besonders nachhaltige Vorbereitung auf die spätere Qualifizierung. Die Teilnehmer werden schrittweise an die Lerninhalte herangeführt und erwerben durch weitgehend selbstgesteuertes Lernen Selbstvertrauen und Eigeninitiative. Konzentrationsfähigkeit und allgemeine Belastbarkeit werden gestärkt. Sofern organisatorisch möglich, können die Teilnehmer des RVL-I auch an den Projekten des RVL/Kompetenzcenters teilnehmen.
Inhalte der Reha-Vorbereitungslehrgänge
- Deutsch und Mathematik
- Englisch
- Rechtskunde
- Deutsch als Fremdsprache
- EDV
- Technik
- Kompetenztraining
- Kommunikationstraining
- Lern- und Arbeitstechniken
- Präsentations- und Moderationstechniken
- Training sozialer Kompetenzen
- Gesundheitskompetenz
In den genannten Lernbereichen werden grundlegende Kenntnisse und berufsbezogene Allgemeinbildung vermittelt. Ausbildungsinhalte werden nicht vorweggenommen.
Die Reha-Vorbereitungslehrgänge helfen dabei, eine zielstrebige Arbeitsweise und zweckmäßige individuelle Lerntechniken zu entwickeln. Die Konzentrationsfähigkeit verbessert sich und die Leistungsmotivation sowie das Interesse am neuen Beruf werden gefördert. Die Teilnehmer erhalten die Gelegenheit, sich umfassend über das angestrebte Qualifizierungsziel zu informieren, so dass Fehlentscheidungen in der beruflichen Rehabilitation vermieden werden. Sie lernen, in einer Gruppe zu arbeiten und deren oft ungewohnte Erwartungen und Anforderungen zu bewältigen. Durch gezielte Förderangebote werden einzelne Lernschwierigkeiten frühzeitig aufgefangen. Darüber hinaus sollen die Teilnehmer in die Lage versetzt werden, ihre gesundheitliche Situation zu erkennen und diese durch Informationen und Angebote positiv zu beeinflussen.
Individuelle Begleitung und Besondere Hilfen
Ein Reha- und Integrationsmanager begleitet jeden Teilnehmer durchgängig auf seinem Weg durch die berufliche Reha in unserem Haus. Er sorgt dafür, dass durch geeignete und passgenaue Angebote eine optimale und individuelle Entwicklung der Fach-, Sozial- und Gesundheitskompetenz gewährleistet wird. Dabei arbeitet er eng mit den Besonderen Hilfen der Reha-Fachdienste zusammen: Der Medizinische Dienst unterstützt die Teilnehmer durch ärztliche und physiotherapeutische Behandlung. Bei persönlichen Problemen und bei psychischen Beeinträchtigungen beraten der Soziale und Psychologische Dienst. Der Internatsdienst ist Ansprechpartner für die Internatsbewohner.
Wo, wer, wann, was?
Qualifizierungsorte: Standort Berlin, Standort Mühlenbeck
Ansprechpartner: Jürgen Böschenbröker, (RVL/Kompetenzcenter am Standort Berlin), Anke Berkemeier, (RVL/Kompetenzcenter am Standort Mühlenbeck)
Dauer: 3 Monate (RVL), 6 Monate (RVL-I)
Abschluss: In regelmäßigen Abständen finden Lernerfolgskontrollen in den einzelnen Lernbereichen statt. Zum Ende des Lehrgangs erhält der jeweilige Rehabilitations-Träger für den Teilnehmer eine Empfehlung mit einer Stellungnahme, ob das Qualifizierungsziel erreichbar ist. Den Teilnehmern wird das Ergebnis der Leistungen durch eine Abschlussbewertung des Hauses und entsprechende Zertifikate bescheinigt.
* Aus Gründen der besseren Lesbarkeit verzichten wir im Folgenden
auf die Darstellung der weiblichen Form.
Stand: Juni 2009