Berufliches Training für Menschen mit psychischen Einschränkungen

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Berufliches Training für Menschen mit psychischen Einschränkungen

Worum geht es im Beruflichen Training?

Qualifizierung und Förderung, Stabilisierung und Orientierung – zur Steigerung der Belastbarkeit, Sozialkompetenz und zur beruflichen (Re)Qualifizierung bietet das BTZ ein Berufliches Training an. Für einen Wiedereinstieg in den erlernten Beruf frischen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihr Fachwissen und ihre Sachkompetenz auf. Wer im bisherigen Beruf nicht mehr arbeiten kann oder noch keine Ausbildung hat, wird dabei unterstützt, seine berufliche Orientierung abzuschließen und sich auf eine Qualifizierung vorzubereiten. Schrittweise steigern die Teilnehmenden ihre Belastbarkeit von anfangs mindestens fünf Stunden auf acht Stunden pro Tag. Die Teilnahme am Beruflichen Training umfasst einzelfallabhängig maximal ein Jahr.

Welche Inhalte erwarten mich?

Eingangstraining – kaufmännisch, hauswirtschaftlich und technisch

In diesem vier- bis sechswöchigen Einführungsabschnitt gewöhnen sich die Teilnehmenden unter Anleitung von Ergotherapeuten und -therapeutinnen schrittweise wieder an regelmäßige Berufstätigkeit, Zeiteinteilung und Selbstständigkeit.

Vermittelt werden der Umgang mit dem PC, Tastaturtraining, Rechnen und sprachlicher Ausdruck. Zudem werden erste fachspezifische Tätigkeiten durchgeführt. Anschließend wechseln die Teilnehmenden in das berufsspezifische Training.

Berufsspezifisches Training im kaufmännisch-verwaltenden Bereich

Das Training wird in Trainingsbetrieben von erfahrenen Berufspraktikern angeleitet. Der strukturelle Aufbau der Trainingsbetriebe mit den Abteilungen Einkauf, Verkauf, Lagerverwaltung, Personalwesen, Buchhaltung, Sekretariat und Kiosk/Bistro ermöglicht, praxisbezogene Arbeitsvorgänge zu trainieren. Da die Trainingsbetriebe zumeist eine praktische Aufgabe im Beruflichen Training übernehmen (z. B. die Versorgung mit Büromaterial oder das Betreiben eines Bistros), sind die Trainingsaufgaben sehr real und helfen so, sich zielgerichtet auf echte berufliche Anforderungen vorzubereiten. Die Teilnehmenden durchlaufen die Abteilungen entsprechend ihrer individuellen Zielstellung und lernen betriebliche Zusammenhänge und Arbeitsabläufe kennen und bewältigen. Bei Bedarf werden kaufmännisches Rechnen, Deutsch, Englisch und gängige EDV-Programme aufgeschult. Trainingsbestandteil ist mindestens ein sechswöchiges betriebliches Praktikum.

Berufsspezifisches Training im hauswirtschaftlichen Bereich

Das Training wird im Trainingsbereich Bistro von einer erfahrenen Hauswirtschaftsmeisterin und einem Koch angeleitet. Die Teilnehmenden trainieren Fertigkeiten entsprechend ihrer individuellen Zielstellung, z. B. in der Nahrungszubereitung und Warenlagerung, der Bewirtschaftung von Räumen und Wohnumfeld sowie der Vermittlung von Hygienestandards. Bei Bedarf werden Deutsch, Mathematik, Englisch und gängige EDV-Programme aufgeschult. Trainingsbestandteil ist auch mindestens ein sechswöchiges betriebliches Praktikum.

Berufsspezifisches Training im technischen Bereich

In der technischen Werkstatt trainieren die Teilnehmenden durch Simulation von betrieblichen Vorgängen in den Schwerpunktbereichen Handwerk, Informationstechnik und Medien. Gleichzeitig werden aktuelle Kenntnisse und Fertigkeiten dieser Tätigkeitsfelder vermittelt. Zudem können die Teilnehmenden individuell Trainingsinhalte aus weiteren Bereichen von technisch-gewerblichen Industrie- und Handwerksberufen kennenlernen. Berufsspezifische Inhalte werden in Form von Projektarbeiten umgesetzt. Trainiert wird mit branchenüblichen EDV-Programmen. Bei Bedarf werden fachspezifisch Unterrichtsinhalte in Mathematik, Deutsch, Englisch und spezielle Workshops angeboten. Trainingsbestandteil ist ebenfalls mindestens ein vier- bis sechswöchiges betriebliches Praktikum.

Wer begleitet mich während des Trainings?

Die Teilnehmenden werden von Psychologinnen und Psychologen sowie Sozialpädagoginnen und -pädagogen als feste Bezugsperson begleitet, um auftretenden Schwierigkeiten im beruflichen und persönlichen Bereich im Gespräch zu begegnen. Hierzu dienen regelmäßige Einzelgespräche. Die psycho-soziale Begleitung wird durch Rehabilitationsverlaufsgespräche, Sozialkompetenztraining und ggf. Familienberatung ergänzt.

Werde ich bei der Stellensuche unterstützt?

Um die Teilnehmenden nach dem Beruflichen Training dauerhaft in den Arbeitsmarkt integrieren zu können, werden sie durch einen JobCoach professionell unterstützt. Sie werden auf die Anforderungen der Arbeitgeber vorbereitet und während des Praktikums sowie der Arbeitsaufnahme im Betrieb begleitet. Der JobCoach ist für die gemeinsame Berufswegplanung unter Berücksichtigung der aktuellen Arbeitsmarktlage zuständig. Er unterstützt die Teilnehmenden bei der Suche nach passenden Praktikums- und Arbeitsstellen. Dazu gehören der Kontakt zu möglichen Arbeitgebern, Arbeitsplatzanalysen und die Erstellung entsprechender Anforderungsprofile für in Frage kommende Arbeitsstellen.

Was ist das Ergebnis des Trainings?

Alle Teilnehmenden des Beruflichen Trainings erhalten ein detailliertes Abschlusszeugnis des Hauses. Der Leistungsträger der Reha-Maßnahme erhält einen Trainingsentwicklungsbericht (Abschlussbericht) mit psycho-sozialer Stellungnahme.