Berufliche Reha, Umschulung, Neuanfang mit über 50 – für Yvonne der Weg zurück in einen Job, den sie heute gerne macht.
Über 20 Jahre lang war Yvonne mit Herzblut Erzieherin in einer Berliner Kita, zuletzt als Integrationsfacherzieherin für Kinder mit Behinderung. Ihr Beruf war ihre Leidenschaft. Doch gesundheitliche Probleme machten ihr die tägliche Arbeit zunehmend unmöglich.
Heute, mit über 50, arbeitet sie als Personalsachbearbeiterin im Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf von Berlin. Möglich gemacht hat das eine berufliche Reha am BFW Berlin-Brandenburg, konkret eine Umschulung zur Verwaltungsfachangestellten.
Als der Traumberuf plötzlich nicht mehr möglich war
Jahrelang kämpfte Yvonne gegen starke Schmerzen in Knien, Hüfte und Rücken. Die körperlichen Belastungen ihres Berufs wurden zur Herausforderung, krankheitsbedingte Ausfälle häuften sich. Trotzdem wollte sie ihren Beruf nicht aufgeben.
„Ich wollte unbedingt an meinem Beruf und meinem Arbeitgeber festhalten“, erzählt sie. „Ich habe der Einrichtung zahlreiche Vorschläge unterbreitet, welche Tätigkeiten ich übernehmen könnte, ohne permanent körperlicher Belastung ausgesetzt zu sein.“
Sogar eine Zusatzausbildung zur Erziehungs- und Familienberaterin finanzierte sie privat, in der Hoffnung, weiterhin in ihrem vertrauten Umfeld arbeiten zu können. Alle Bemühungen blieben erfolglos.
Was ist eine berufliche Reha und wann kommt sie infrage?
Eine berufliche Reha, fachlich Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA), greift, wenn der bisherige Beruf aus gesundheitlichen Gründen dauerhaft nicht mehr ausübbar ist und ein Verbleib beim aktuellen Arbeitgeber, auch mit angepassten Aufgaben, nicht möglich ist. Träger ist in der Regel die Deutsche Rentenversicherung. Ziel ist eine Umschulung oder Weiterqualifizierung in einen Beruf, der zur gesundheitlichen Situation passt, wie im Fall von Yvonne der Wechsel von der Erzieherin zur Verwaltungsfachangestellten.
Bei Yvonne kam der entscheidende Hinweis während einer medizinischen Rehabilitation: Sie solle sich bei der Deutschen Rentenversicherung (öffnet in neuem Tab) über Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben informieren.
„Schon kurz darauf hatte ich ein erstes, tolles Gespräch mit meinem Reha-Fachberater bei der Deutschen Rentenversicherung“, erinnert sich Yvonne. Gemeinsam wurde zunächst noch einmal geprüft, ob ein Verbleib beim bisherigen Arbeitgeber möglich wäre. Auch dieser Versuch scheiterte.
Dann kam der Vorschlag, der ihrer beruflichen Zukunft eine neue Richtung gab: eine Umschulung zur Verwaltungsfachangestellten im BFW Berlin-Brandenburg.
„Im ersten Moment wusste ich nicht so richtig wohin mit mir. Tausend Gedanken kreisten durch meinen Kopf. Noch einmal lernen? Bin ich dafür nicht schon zu alt? Kann ich mir überhaupt einen Bürojob vorstellen? Aber irgendwann wurde mir klar: So eine Chance bekomme ich kein zweites Mal.“
Zurück auf die Schulbank: Vorbereitung mit EBA und RVL
Bevor die eigentliche Umschulung begann, absolvierte Yvonne am BFW-Standort Mühlenbeck eine erweiterte Berufsfindung und Arbeitserprobung (EBA) sowie einen Reha-Vorbereitungslehrgang (RVL).
„Die Vorbereitung hat mir enorm geholfen. Ich konnte mich Schritt für Schritt wieder an das Lernen gewöhnen und war dadurch viel besser auf die Umschulung vorbereitet.“
Besonders in Erinnerung geblieben ist ihr die Unterstützung während der gesamten Zeit im BFW.
„Sowohl die Psychologen als auch die Reha- und Integrationsmanager hatten jederzeit ein offenes Ohr und waren für mich einfach unbezahlbar. Auch die Angebote der Physiotherapie und die Möglichkeit, die Schwimmhalle zu nutzen, waren klasse. Und dann wird man auch noch in der hauseigenen Kantine hervorragend verpflegt. Für Leute wie mich, die ihren alten Job aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr machen können, ist das BFW wie ein Sechser im Lotto.“

Der Einstieg in den Arbeitsmarkt nach der Umschulung
Nach erfolgreichem Abschluss der Umschulung begann die nächste Herausforderung: der Einstieg in den Arbeitsmarkt. Die Situation war damals schwierig, insbesondere im öffentlichen Dienst. Yvonne blieb hartnäckig.
„Ich wollte nicht aufgeben. Die Zeit im BFW hat mich fachlich, aber auch mental gestärkt.“
Ihre Beharrlichkeit zahlte sich aus: Sie erhielt zunächst eine Stelle im Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg und qualifizierte sich dort zusätzlich zur Personalsachbearbeiterin weiter. Später wechselte sie ins Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf, genau dorthin, wo sie bereits während ihrer Umschulung ihre Praktika absolviert hatte.
„Ich bin angekommen“
Heute ist Yvonne glücklich in ihrem neuen Beruf. Der Wechsel fiel ihr nicht leicht, schließlich hatte sie ihren ursprünglichen Beruf geliebt. Doch rückblickend weiß sie, dass die berufliche Reha der richtige Schritt war.
„Natürlich denke ich manchmal noch an meine Zeit als Erzieherin. Aber ich bin angekommen und glücklich in meinem neuen Job.“
Ein Neustart ist möglich
Yvonnes Geschichte zeigt: Ein gesundheitlicher Einschnitt muss nicht das Ende des Berufslebens bedeuten. Mit der richtigen Unterstützung, einer passenden Qualifizierung und dem Mut, neue Wege zu gehen, kann aus einer schwierigen Situation eine echte Zukunftsperspektive entstehen.
Wer sich in einer ähnlichen Situation wiedererkennt, kann sich bei der Deutschen Rentenversicherung oder direkt beim BFW Berlin-Brandenburg zu Umschulung und beruflicher Reha beraten lassen.